WS 1 „Grenzen sind relativ – Musikunterricht für Hörgeschädigte“                                                                                       Mischa Gohlke Solo 2

Dozent: Mischa Gohlke (Initiator „Grenzen sind relativ“, Musiker, Dozent, Coach, www.grenzensindrelativ.de)

Ca. 14 Millionen Menschen in Deutschland sind hörgeschädigt. Derzeit gibt es kaum Angebote für hörgeschädigte Menschen, Musikunterricht zu nehmen. Dazu existiert der weit verbreitete Glaubenssatz, dass „man aufgrund einer Hörschädigung keine Musik machen kann“.

Mischa Gohlke sagt dazu: „Es ist spannend, gerade das zu machen, was man scheinbar am wenigsten kann. Grenzen zu spüren, anzunehmen und zu transformieren. An diesen Prozessen können wir wachsen, einen konstruktiven und gesunden Umgang mit Stärken, Schwächen, Erfolgen und Frustrationen zu finden. Bei mir ist es ein recht harter und steiniger Weg gewesen. Und es hört ja nie auf. In uns allen stecken viele – zumeist ungelebte – Potenziale, die geweckt werden wollen.“

In Kooperation mit der renommierten „Rock & Pop Schule Kiel“ hat Mischa Gohlke im November 2010 das mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Pilotprojekt „MUSIKUNTERRICHT FÜR HÖRGESCHÄDIGTE“ ins Leben gerufen. Inzwischen findet der inklusive Unterricht auch in Hamburg, u.a. an der Elbschule, statt. Dieses Angebot ist einmalig in Deutschland und es funktioniert: Hörgeschädigte und hörende Menschen können gemeinsam ein Musikinstrument erlernen und miteinander musizieren! Teilnehmen können alle, die sich für diese Thematik und den Background der Initiative „Grenzen sind relativ“ interessieren.

WS 2 „Chorspirit inklusiv“ + WS 3 „Stimme macht Stimmung“ + WS 4 „Stimmiger Inklusionsgroove“

Dozentin: KKatrin live1atrin Wulff (Sängerin, Songwriterin, Texterin, Gedächniscoach, getourt mit Udo Lindenberg, Xavier Naidoo, Peter Kraus, www.katrinwulff.de)

WS 2 „Chorspirit inklusiv“: Du liebst es zu singen und hast Lust mit einem Chor und echten Profis auf der Bühne zu stehen?! Egal ob du zum ersten Mal singst oder schon fortgeschritten bist, du bist herzlich willkommen! Gemeinsam werden wir den Inklusionssong „AndersSein vereint“ erproben und auf die Bühne bringen. Ganz nebenbei bekommst du wertvolle Tipps für deine Stimme und lernst mehr über Rhythm&Groove. Und wenn du Lust hast auf ein Rap- oder Gesangssolo bist  du hier ebenso richtig!

WS 3 „Stimme macht Stimmung“: Mit unserer Stimme treten wir in Kontakt zu anderen und tauschen uns aus. Sie ist Kommunikationsmittel Nr 1. Doch vermitteln wir viel mehr als nur Worte: Wir verraten viel über uns selbst und unsere Haltung anderen gegenüber. Mit diesem Workshop wollen wir uns dafür sensibilisieren und die eigene Stimme trainieren.

WS 4 „Stimmiger Inklusionsgroove“: Bei groovigen Rythmicals und einem humorvollen Stimmzirkeltraining lernen  wir nicht nur unsere Stimme besser kennen sondern auch unseren gegenüber. Wir sind als Individuum und als Teil der Gruppe gefragt. Und am Ende grooven wir nicht „nur“ musikalisch sondern auch als Team.

WS 5-9 von/mit „K Produktion“:

OLYMPUS DIGITAL CAMERADozent*innen: Christian Judith und Anja Teufel (Inklusive Firma K Produktion, Pädagoge, Sozialwissenschaftlerin, nicht-schwermehrfach-normal und liebevollst-streitbar-neugierig, www.k-produktion.de)

WS 5 „IQ – der Inklusions-Quiz“: Bei uns steht IQ für Inklusions-Quiz. Wir haben Fragen rund ums Thema Inklusion, mal ernst, mal mit Humor. Welche Antwort ist richtig? Das Diskutieren folgt wie von selbst, denn gibt es manchmal nicht auch mehrere Antworten? Wir finden, Theorie sollte auch Spaß machen. Dabei tauchen dann oft noch ganz neue Fragen auf: „Was haben wir eigentlich von Inklusion? Und was hat Inklusion mit den Barrieren in unseren Köpfen zu tun?“ Im Gepäck haben wir auch Materialien (z.B. Unterlagen in Brailleschrift, Leichte Sprache), zu denen wir Quizfragen stellen. Hinterher sind wir alle schlauer, versprochen.

WS 6 „Mal die Perspektive wechseln…“: Wie bewege ich mich durch die Welt, wenn ich im Rollstuhl sitze? Wie ist das eigentlich, wenn ich weniger oder nichts mehr sehe oder höre und mich auf andere Sinne verlassen muss? Wir starten mit einem kurzen Warm-up zum Thema und einer Einweisung zur sicheren Verwendung der Simulationshilfen wie z.B. Rollstuhl, Langstock, Simualionsbrillen, Kopfhörer. Gemeinsam erkunden wir unsere   Umgebung drinnen und draußen,probieren einen Simulations-Parcour aus und tauschen uns über unsere Erfahrungen aus.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

WS 7 „JedeR kann tanzen!“: Jede und jeder bringt einmalige Bewegungsqualitäten in die Gruppe ein – damit wollen wir experimentieren, egal, ob auf Beinen, Rädern oder oder oder. Es sind keine besonderen tänzerischen Fähigkeiten vorausgesetzt, denn: die Bewegungsimprovisation ist für Alle neu! Das Kennenlernen der Gruppe über die Bewegung – statt über die Sprache – ist für alle eine Herausforderung. Wir erproben kleine choreographische Settings: Dabei werden  Bewegungsdialoge als Spiel mit Aktion und Reaktion spannungsvoll in den Raum gebracht. In jeder Gruppe entsteht dabei eine neue, einzigartige Bewegungsästhetik.

WS 8 „Leichte Sprache – Wer braucht denn sowas?“: Leichte Sprache ist ganz schön schwer… boomt zur Zeit und ist das Mittel für Barrierefreiheit für Menschen, die durch schwere Sprache ausgeschlossen werden… und das sind ganz schön viele. Leichte Sprache ist quasi eine weitere Sprache und es gibt richtige Regeln dafür. Nach der Übersetzung von Texten prüfen und Expert*innen mit Lernschwierigkeiten die neuen Texte in Leichter Sprache. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Leichten Sprache und ihre Zielgruppe(n). Wir schauen uns Beispiele an und lernen die wichtigsten Regeln kennen. Und natürlich wagen wir uns an eigene Übersetzungen von schwerer in Leichte Sprache.k produktion 3

WS 9 „Party ohne Hindernisse – geht das? Na klar!“: Für viele Menschen gibt es unüberwindbare Barrieren bei kulturellen Events und Ähnlichem. Wirklich unüberwindbar? Was bedeutet die Entscheidung, Hindernisse bei einer Veranstaltung zu vermeiden für deren Planung und Durchführung? Barrierefrei = rollstuhlgerecht oder welche Zielgruppen sollte ich noch Blick haben? Kurz: An was und vor allem an wen muss ich denken, wenn ich eine Party barrierefrei planen will? Nach dem Workshop sind alle in der Lage, wesentliche Barrieren zu erkennen und haben einen kleinen „Handwerkskoffer“ mit Checkliste für die nächste barriefreie Party in der Hand.

 

WS 10: „5 Regeln um aus Träumen Taten zu machen“ + WS 11 „Warum Inklusion geil ist – oder: was bringt das eigentlich dem Rest?“

Dozent: Michael Herold (Speaker, Animator, Traveler, www.michaelherold.de) michael herold

Michael Herold ist seit seiner Kindheit an Muskelschwund erkrankt, oder wie er es sagt: davon herausgefordert, denn einfach kann ja jeder. Michael hat die letzten zwei Jahre in Neuseeland gelebt, und dort als Animator an TV Serien wie „Die Pinguine von Madagascar“ und „Kung Fu Panda“ gearbeitet. Die Filme an denen er mitgearbeitet hat haben zahllose internationale Preise gewonnen. In seiner Freizeit fordert er gerne seine Behinderung heraus indem er Fallschirm springt, alles fliegt was irgendwie in die Luft zu bekommen ist, taucht, von Aussichtstürmen springt, sich am Surfen und Jetski versucht oder mit dem Rollstuhl allein durch fremde Länder reist. Mit seiner Rückkehr nach Deutschland hat er es sich zum Ziel gemacht Menschen zeigen, wie sie ihre eigenen Barrieren überwinden können.„Ich liebe meine Behinderung, weil sie mein Leben bereichert. Als Kind und als Jugendlicher habe ich mich dafür geschämt – dachte es wäre ein Makel und habe mich dafür geschämt. Ich wünsche mir, dass sich nie wieder ein Kind so versteckt wie ich es damals tat. Ich hatte niemanden der zu mir sagte ‘Deine Behinderung ist ein Geschenk, weil…’ – aber ich kann jetzt diese Person für andere sein.

„WS 10: „5 Regeln um aus Träumen Taten zu machen“: Michael erzählt wie er gelernt hat seine eigenen Wünsche in die Tat umzusetzen. Er beschreibt fünf einfache Regeln wie jeder seiner Träume verfolgen kann und diskutiert mit der Gruppe wie diese umgesetzt werden können.

WS 11: „Warum Inklusion geil ist – oder: was bringt das eigentlich dem Rest?“: Was Inklusion für Menschen mit Behinderung bringt ist offensichtlich. Aber auch alle anderen können damit eine ganze Menge Spass haben. Wie und warum erklärt Michael in diesem Workshop.

 

WS12 „Feel the beat and let‘s dance together!“

Dozentin: Kassandra Wedel (Tänzerin, Coach, Choreografin, Theaterwissenschaftlerin und Künstlerin, www.gsc-muenchen.de/trainer/hiphop-trainertrainerin)kassandra wedel foto

Kassandra ist professionelle Tänzerin und die einzige gehörlose ausgebildete Tanzlehrerin in Deutschland. Auf diversen Veranstaltungen performt sie Solo, im Duo oder mit ihrer Tanzgruppe NIKITA. Sie ist in Musikvideos und in TV-Sendungen zu sehen, demnächst bei Hirschhausens „Quiz des Menschen“. Darüber hinaus wirkt Kassandra als Schauspielerin in einem Gebärdensprach-Theater und in Kurzfilmen mit. 2012 wurde sie mit ihrer eigenen Gruppe NIKITA Deutsche Meisterin, Weltmeisterin der „Integrative Para-Meisterschaft“ im Solotanz und bei der diesjährigen deutschen Meisterschaft zweimal Vize.

WS12: „Feel the beat and let´s dance together“: Kassandra unterrichtet nicht nur Tanzschritte, die man lernen muss, sie lehrt auch, wie man ohne Gehör den Rhythmus erfühlen und darauf tanzen kann. Sie unterrichtet bilingual in Gebärden- und Lautsprache. Somit der ist der Workshop für alle, ob hörend bis gehörlos, geeignet. Neben dem Warm up und Hip Hop Basics werden auch Rhythmusübungen gemacht. Darüber hinaus werden gemeinsam Choreografien kreiert und zu fühlbaren Beats in verschiedenster Form getanzt. Dabei stehen die Kreativität und der interaktive Ausdruck der Teilnehmer im Vordergrund. Tanzen bedeutet, den eigenen Körper zu spüren, sich dabei auszuprobieren, loszulassen, neue Seiten an sich zu entdecken, in einer Gruppe zu interagieren und vieles mehr. Wichtig ist für Kassandra, dass man das tanzt, was man fühlt, ohne die Angst haben, ob etwas falsch oder richtig sein könnte. Ganz nach Kassandras Motto „Lets dance together!“

 

WS 13 „Inklusion – jetzt auch das noch!“

Dozent: Klaus W. Becker (Projektleiter des Inklusionsbüros Hamburg, www.hamburg.de/inklusion)

???????????????????????????????Häufig reagieren Menschen so oder so ähnlich auf die Forderung nach Inklusion. Insbesondere diejenigen, die im Arbeitsalltag schon mehr als belastet sind. Oder auch diejenigen, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten erfolgreich Integration betreiben. „Was“ – so die nächste Frage – „ist eigentlich der Unterschied zur Integration“?

Ich möchte im Workshop auf diese und auf weitere Fragen mit Impulsen begegnen und so die sicher vielfältigen Antworten hervorlocken. Ein bisschen Theorie, ein bisschen Rollenspiel, ein bisschen Film etc. werden dabei sehr hilfreich sein. Am Ende wäre es gar nicht schlimm, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachdenklicher aus dem Workshop heraus kommen als sie hinein gegangen sind.

 

WS 14 „Harmonie & Komposition“ + Workshop 15 „Rhythm & Groove“

Dozent: Hörbie Schmidt von der „Mischa Gohlke Band feat. Katrin Wulff“ (Schulleiter Rock & Pop Schule Kiel, Dipl. Sozialpädagoge, Dozent, Coach , Juror, www.rockpopschule.de ) Foto Hörbie

Viele Menschen glauben in Deutschland, dass sie unmusikalisch sind. Das trifft aber nicht zu. Lediglich 2-3% der Bevölkerung sind laut wissenschaftlicher Untersuchungen unmusikalisch, d.h. 97 – 98 % sind musikalisch. Also auch Du !

WS 13: „Harmonie & Komposition“: Wie schreiben erfolgreiche Musiker einfache Popsongs ? Warum gibt es Tausende Hits mit nur 3 Akkorden ? Was ist das Erfolgsgeheimnis? Der Dur Akkord. Der Moll Akkord. Die Pentatonik. Die Rhythmik. Die Melodie. Dieser Workshop/Kurs zeigt anhand von musikalischen und praktischen Beispielen und Songs, wie einfach Musik sein kann und für jedermann erlernbar ist.

WS 14: „Rhythm & Groove – Das ist ein Rhythmus, wo jeder mit muss!“: Rhythmusschwierigkeiten sind aufgrund sozialer, kultureller und musikalischer Ursachen in Deutschland und Europa normal. Niemand braucht sich genieren, weil er/sie „2linke Füße“ oder „Hände“hat. Erste Hilfe gibt es in diesem Kurs. Moderne Popularmusikschulen in den USA und in Deutschland bieten Rhythm & Groove als eigenständiges Unterrichtsfach an. Melodien von Songs kommen erst richtig zur Geltung, wenn der rhythmische Rahmen stimmt. Durch Klatschübungen , rhythmisches Gehen und Fußstampfen(„Indianertanz“) werden Grooves, also Rhythmen, über das Gehör und Gefühl wahrgenommen und gelernt. Durch dieses spezielle Körper- und Sinnestraining fällt es mit zunehmender Zeit immer leichter, das Gehörte und Erfühlte auf das jeweilige Instrument zu übertragen – ganz ohne Noten. Übungen & Grooves aus Pop, Rock, Soul, Blues, R & B, Hip-Hop, Funk und Punk, Metal.

 

WS 16 „Musik-Orient“

Dozenten: Rico Bowen & Martin Oberleitner von der „Mischa Gohlke Band feat. Katrin Wulff“ (Profimusiker, Dozenten, Songwriter, Kultur- und Medienmanager; getourt mit Madonna, Shakira, Stevie Wonder)

Beim „Musik-Orient“ können die Teilnehmer die Instrumente Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard sowie Gesang kennenlernen, ausprobieren und sich dabei erfahren. Geleitet u181286_3998942422260_554608616_nnd gecoacht werden die Teilnehmer von erfahrenden Profimusikern, die dabei einen umfassenden Einblick in die Musikwelt – sicherlich mit einigen lustigen Anekdoten – vermitteln werden. Gemeinsam wird ein (inklusiver) Song erarbeitet, der noch am Veranstaltungstag „live alive“ auf der Bühne präsentiert wird. Alle Workshopteilnehmer bekommen Lehrmaterial für die jeweiligen Musikinstrumente für zu Hause.

2. Grenzen sind relativ Festival 14.09.2103 Räucherei _ Martin Oberleitner